Am 19. März 2025 lud die Kompetenzstelle Ressourceneffizienz (KEFF+) Südlicher Oberrhein zur Online-Veranstaltung ein, bei der sich über 40 interessierte Teilnehmende über Power Purchase Agreements (PPAs) informierten – ein Beschaffungsinstrument für grünen Strom, das zunehmend auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) an Bedeutung gewinnt.
Stand 14.04.2025
Warum PPAs für Unternehmen immer relevanter werden
Nach der Begrüßung durch Philipp Gillessen (Effizienzmoderator KEFF+), vermittelte Jannis Moss von der Deutschen Energie-Agentur (dena) einen fundierten Überblick über das Thema. Jannis Moss arbeitet für die Denkfabrik und Wissensplattform „Marktoffensive Erneuerbare Energien“, die Unternehmen hilft, neue Geschäftsmodelle und Märkte zu entwickeln. Er zeigte auf, dass Unternehmen durch PPAs langfristig stabile Strompreise sichern und gleichzeitig aktiv zur Energiewende beitragen können – ohne auf eigene Erzeugungsanlagen angewiesen zu sein. Besonders relevant sind PPAs für Unternehmen, die nachhaltiger wirtschaften und gleichzeitig Planungs- sowie Versorgungssicherheit erhöhen wollen.
PPAs – Chancen, Modelle und Marktüberblick
Moss stellte unterschiedliche PPA-Modelle vor, darunter:
- Onsite PPAs, bei denen Strom direkt auf dem Firmengelände produziert wird,
- Offsite PPAs, bei denen Strom aus entfernten Anlagen bezogen wird,
- Virtuelle (finanzielle) PPAs, bei denen eine Preisabsicherung erfolgt, ohne dass physisch Strom geliefert wird.
Ein Schwerpunkt lag auf den wachsenden Möglichkeiten durch Green PPAs außerhalb der EEG-Förderung – z.B. durch Post-EEG-Windparks oder große neue Solarfreiflächenanlagen. Zudem wurde betont, dass Herkunftsnachweise bei PPAs eine transparente CO₂-Bilanzierung ermöglichen.
Praxisbeispiele aus dem Mittelstand
Paul Appel, CEO der Eco2Grow GmbH, zeigte anhand konkreter Anwendungsfälle, wie mittelständische Unternehmen durch standardisierte, virtuelle PPAs Stromkosten senken und gleichzeitig CO₂-Emissionen reduzieren können. Er ging besonders auf die Kombination aus PV- und Windenergie ein, um möglichst geringe Überschussmengen zu erzielen und die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen.
Ein Highlight war die Modellierung individueller Stromverbrauchsprofile: So lässt sich die optimale Mischung aus Eigenversorgung, Spotmarktbezug und PPA definieren – ein Vorgehen, das heute schon für Unternehmen mit einem Jahresstromverbrauch ab ca. 1 GWh sinnvoll ist.






