1.000 Mal haben Unternehmen am Südlichen Oberrhein in den vergangenen zehn Jahren ihre Türen für einen KEFF- oder KEFF+Check geöffnet. Gemeinsam mit den Effizienzmoderatoren haben sie Energieverbräuche und Prozesse unter die Lupe genommen und nach konkreten Einsparpotenzialen gesucht. Diesen Meilenstein feierten wir am 16.09.2026 bei der ECHLE Hartstahl GmbH in Wolfach – gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Region. Regierungspräsident Carsten Gabbert überreichte Geschäftsführer Jochen Echle eine Urkunde des Landes Baden-Württemberg.

Schon beim Ankommen war zu sehen, dass dieser Termin bei ECHLE Hartstahl Spuren hinterlassen würde: Das Unternehmen hatte aus Stahlresten aus der Produktion eigens einen großen Schriftzug „KEFF1000“ gefertigt. Passender hätte man zehn Jahre Arbeit an Energie- und Ressourceneffizienz kaum in Szene setzen können.

Denn hinter der Zahl stehen viele Stunden in Produktionshallen und Werkstätten, Gespräche mit Geschäftsführungen und technischen Verantwortlichen, Betriebsrundgänge und schließlich 1.000 individuelle Maßnahmenberichte. Seit 2016 haben die Effizienzmoderatoren von KEFF und KEFF+ Unternehmen am Südlichen Oberrhein dabei begleitet, ihre Energie- und Ressourcennutzung genauer anzuschauen und konkrete Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren.

Dass der 1.000. Check ausgerechnet bei einem metallverarbeitenden Mittelständler im Schwarzwald stattfand, machte den Anlass besonders anschaulich.

Klimapartner feiern den 1.000. KEFF+Check mit Wirtschaft und Politik

1.000 Effizienz-Checks am Südlichen Oberrhein: Regierungspräsident Carsten Gabbert überreicht Jochen Echle, Geschäftsführer der Echle Hartstahl GmbH, anlässlich des Meilensteins eine Urkunde des Landes Baden-Württemberg. Bild: Peter Herrmann

Vom Effizienz-Check zur Energieversorgung von morgen

Die Geschäftsführer Jochen Echle und Florian Kappes berichteten den Gästen, warum das Unternehmen den Effizienz-Check genutzt hat und welche Themen dabei auf den Tisch kamen. Gemeinsam mit den Effizienzmoderatoren wurden Potenziale identifiziert, in einem Maßnahmenbericht festgehalten und priorisiert. Einige Maßnahmen wurden bereits umgesetzt, weitere fließen in die längerfristige Entwicklung des Standorts ein.

Besonders deutlich wurde beim anschließenden Rundgang durch die Produktion, wie eng Energieeffizienz inzwischen mit ganz praktischen Fragen der Unternehmensentwicklung verbunden ist. ECHLE testet unter anderem Elektrobagger – mit entsprechenden Auswirkungen auf Lastspitzen und Energiekosten. Auch bei Heizleistung und Heizstrategie sieht das Unternehmen aufgrund historisch gewachsener Strukturen weitere Ansatzpunkte.

Geschäftsführer Kappes und Echle berichten

Jochen Echle brachte die Herausforderung so auf den Punkt:

„Wir spüren immer mehr, dass Energie für das Unternehmen von elementarer Bedeutung ist und eine stete und billige Versorgung in der Zukunft nicht unbedingt immer gegeben ist. Durch unsere Testläufe mit den Elektrobaggern haben wir Lastspitzen, die uns die Energiekosten noch zusätzlich zur gestiegenen Basislast in die Höhe treiben. Dies gilt es in Zukunft besser zu steuern und Maßnahmen zu treffen, Kosten einzusparen.“

Genau für solche Fragestellungen ist der Blick von außen hilfreich: Wo entstehen Lastspitzen? Welche Anlagen und Prozesse sollten genauer betrachtet werden? Welche Maßnahmen sind wirtschaftlich sinnvoll – und womit fängt man an?

Würdigung durch das Land Baden-Württemberg

Anlässlich des 1.000. Effizienz-Checks überreichte Regierungspräsident Carsten Gabbert Jochen Echle eine Urkunde des Landes Baden-Württemberg. Sie würdigt stellvertretend das Engagement der Unternehmen, die sich seit 2016 auf den Weg gemacht und ihre Energie- und Ressourcennutzung gemeinsam mit den Effizienzmoderatoren analysiert haben.

Gabbert hob dabei die Bedeutung niedrigschwelliger Unterstützung für die Wirtschaft hervor:

„Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, wie wichtig niedrigschwellige Unterstützungsangebote für Unternehmen sind. Die Transformation unserer Wirtschaft bleibt eine gemeinsame Aufgabe von Unternehmen, regionalen Partnern und dem Land Baden-Württemberg.“

Nach der Urkundenübergabe ging es gemeinsam in die Produktion. Statt abstrakt über Effizienz zu sprechen, konnten die Gäste dort sehen, wo Energie benötigt wird, welche Anforderungen die Produktion stellt und an welchen Punkten ECHLE weiterarbeitet.

Auch Landrat Thorsten Erny ordnete den Meilenstein in die wirtschaftliche Entwicklung der Region ein:

„Die Stärke der Ortenau beruht auch auf ihren mittelständischen Unternehmen. Dass sich so viele Betriebe in der Ortenau und am gesamten Südlichen Oberrhein aktiv mit ihrer Energie- und Ressourcennutzung beschäftigen, beweist den Innovationsgeist unserer regionalen Wirtschaft. Als Landkreis tragen wir gerne dazu bei, gute Rahmenbedingungen zu schaffen, Menschen zusammenzubringen und Impulse zu geben.“

Mit dabei waren außerdem Bürgermeister Thomas Geppert, Dominik Fehringer von nectanet und Dr. Fabian Burggraf, Geschäftsführer der Klimapartner Südbaden, sowie weitere Partner und Wegbegleiter des Projekts.

Ansprache Landrat Erny
"KEFF1000" aus Stahlresten

Aus Stahl wird „KEFF1000“

Eine besondere Erinnerung an diesen Tag bleibt bei ECHLE Hartstahl: der eigens angefertigte Schriftzug „KEFF1000“ aus Stahl.

Die Idee dazu kam aus dem Unternehmen selbst – und Jochen Echle beschrieb sehr schön, warum das Material für diesen Anlass passt:

„Wir arbeiten jeden Tag mit Stahl – deshalb war für uns schnell klar, dass auch das Symbol für diesen Meilenstein aus unserem eigenen Material entstehen soll. Die ‚KEFF1000‘ steht für das, was wir und viele andere Unternehmen täglich tun: Bestehendes weiterentwickeln, Ressourcen sinnvoll nutzen und Schritt für Schritt besser werden. Dass dieses Symbol künftig bei uns am Standort steht, macht uns schon ein wenig stolz.“

Zehn Jahre direkt in den Unternehmen

Für uns bei den Klimapartnern Südbaden ist die 1.000 eine Zahl, auf die wir durchaus ein bisschen stolz sind.

Die Arbeit begann 2016 mit KEFF und wird heute mit KEFF+ fortgeführt. Die Kompetenzstelle Ressourceneffizienz Südlicher Oberrhein wird von einem Konsortium aus Klimapartner Südbaden e. V., IHK Südlicher Oberrhein und Energieagentur Regio Freiburg getragen. Die Klimapartner sind Konsortialführer; bei uns sind auch die Effizienzmoderatoren angesiedelt, die die Checks in den Unternehmen durchführen.

Was die Zahl 1.000 dabei nur bedingt vermittelt: Jeder Check sieht anders aus. In einem Unternehmen geht es um Druckluft, im nächsten um Prozesswärme, Lastmanagement, Materialeinsatz oder erneuerbare Energien. Die Effizienzmoderatoren schauen gemeinsam mit den Verantwortlichen auf die konkrete Situation und entwickeln daraus individuelle Handlungsempfehlungen. Genau dieser unmittelbare Austausch mit den Unternehmen prägt unsere Arbeit seit zehn Jahren.

Deshalb gilt unser Dank vor allem unserem KEFF+-Team und den Unternehmen, die uns ihre Türen öffnen, ihre Prozesse zeigen und bereit sind, Dinge zu verändern. Ebenso danken wir unseren Projektpartnern und allen regionalen Wegbegleitern, die diese Arbeit seit vielen Jahren unterstützen.

Und natürlich Jochen Echle und dem gesamten Team von ECHLE Hartstahl für die Gastfreundschaft, den offenen Einblick in die Produktion – und für ein „KEFF1000“, das diesen Tag in Wolfach noch lange sichtbar machen wird.

Nach 1.000 Checks ist jedenfalls noch nicht Schluss. Wir machen weiter.

Alexandra Jung beim 1000. Check

Interesse am eigenen KEFF+Check?

Der KEFF+Check ist für Unternehmen kostenfrei, neutral und unverbindlich. Die Effizienzmoderatoren kommen direkt in den Betrieb, analysieren gemeinsam mit den Verantwortlichen die Energie- und Ressourcennutzung und halten die identifizierten Potenziale anschließend in einem individuellen Maßnahmenbericht fest.

Abkürzung zum KEFF+Check:
Alexandra Jung | 0761 151098-10

Weitere Impressionen der Feier des 1.000. Effizienz-Checks