Am 13. November 2025 füllte sich das Bürgerhaus Denzlingen spürbar mit Aufbruchsstimmung. Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region kamen zusammen, um beim Event „Zukunft gestalten“ Impulse für eine widerstandsfähige und ressourceneffiziente Zukunft mitzunehmen. Schon beim Ankommen wurde deutlich: Hier geht es um Austausch auf Augenhöhe – über Chancen, Verantwortung und konkrete Wege, Unternehmen in herausfordernden Zeiten zu stärken.
Keynote: Wie Ressourceneffizienz Wert schafft – Dr.-Ing. Markus Kröll (Fraunhofer IPA)
Gleich zu Beginn setzte Dr.-Ing. Markus Kröll, Geschäftsbereichsleiter „Kreislaufwirtschaft und CO₂-neutrale Produktion“ am Fraunhofer IPA, einen starken inhaltlichen Rahmen. In seiner Keynote „Wert schaffen. Ressourcen schonen. Zukunft sichern.“ zeigte er eindrücklich, wie eng wirtschaftlicher Erfolg und nachhaltiges Produzieren miteinander verknüpft sind.
Anhand aktueller Trends, wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Beispiele erläuterte er:
Die vier Megatrend-Felder – Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Wertschöpfung und Sicherheit – und warum sie künftig nicht mehr getrennt gedacht werden können.
Die Rolle der Ressourceneffizienz: Sie ist nicht nur Klimaschutzinstrument, sondern vor allem ein wirtschaftlicher Faktor. Er zeigte, dass Unternehmen, die frühzeitig auf effiziente Technologien setzen, klare Wettbewerbsvorteile haben.
Digitale Hebel für Nachhaltigkeit: Ob Simulation, Mustererkennung oder Transparenz in Lieferketten – digitale Werkzeuge eröffnen neue Möglichkeiten, Material- und Energieverbräuche greifbar und optimierbar zu machen.
Praxisbeispiele wie die klimaneutrale Produktion von Alois Müller oder das innovative Gleichstromnetz der Firma Schaltbau machten sichtbar, wie Digitalisierung, neue Energieinfrastrukturen und Kreislaufwirtschaft in der Realität zusammenspielen können.
Dr. Krölls zentrale Botschaft: Wer heute in Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz und innovative Technologien investiert, stärkt nicht nur die eigene Resilienz – sondern auch den Wirtschaftsstandort.
Best Practice aus Südbaden: AHP Merkle – Transformation als Erfolgsfaktor
Anschließend nahm Kathrin Mönig, Prokuristin bei AHP Merkle GmbH, das Publikum mit auf die Reise ihres Unternehmens – eine Reise, die zeigt, wie freiwillige Transformation Unternehmen stärker macht.
Sie schilderte, wie AHP Merkle im Projekt „Zielgerade 2030“ gemeinsam mit der Energieagentur Regio Freiburg und der IHK südlicher Oberrhein seit 2022 seine CO₂-Emissionen systematisch erfasst und reduziert. Besonders beeindruckend:
Marktbasierte CO₂-Bilanz nach drei Jahren:
Scope-1-Emissionen um –21,5 %,
Scope-2 um –99,7 %,
Scope-3 um –42,5 % – insgesamt ein Rückgang der gesamten CO₂e-Bilanz um 34 %.Energie- und Ressourceneffizienz wurden strategische Bestandteile der Unternehmensentwicklung – mit klar messbaren Kostenvorteilen.
Die Einführung eines digitalen Rechtspflichtenkatasters („Umwelt online“) sorgte zusätzlich für Struktur, Rechtssicherheit und Transparenz im Unternehmen.
Auch kulturell ist der Wandel spürbar: AHP Merkle arbeitet sichtbar an seiner agilen Organisation – weg von klassischen Strukturen hin zu mehr Teamverantwortung und Eigensteuerung.
Ihr Beitrag machte Mut: Transformation ist kein Risiko, sondern ein Zukunftstreiber – besonders für mittelständische Betriebe.
Vier Thementische – kompakte Expertise, intensive Gespräche
Nach den Plenarbeiträgen ging es an vier Thementischen in den direkten Austausch. In kurzen 15-Minuten-Sessions bekamen die Teilnehmenden konkrete Impulse:
1. Ressourceneffizienz & KEFF+
Mit Julian Möntenich und Fabian Delong (Effizienzmoderatoren der Klimapartner Südbaden) stand die Frage im Mittelpunkt, wie Unternehmen Energie und Materialien effizienter nutzen können. Die Experten zeigten praxisnahe Wege auf – von einfachen Sofortmaßnahmen bis hin zu strategischen Ressourceneffizienz-Prozessen.
2. Fachkräftesicherung
Rodrigo da Silva und Alexander Pellhammer (IHK) boten Einblicke in Integration, Ausbildung und Kompetenzvalidierung. Besonders interessiert diskutiert wurden Wege, internationale Fachkräfte schneller und passgenauer ins Unternehmen zu integrieren.
3. Künstliche Intelligenz in Unternehmen
Nils Brabänder und Irena Limberg (machn) nahmen die Teilnehmenden mit ins KI-Handlungsfeld. Sie zeigten, wie KI Unternehmen in unsicheren Zeiten widerstandsfähiger machen kann und welche Voraussetzungen für erfolgreiche Implementierung entscheidend sind.
4. CO₂-Bilanzierung & Ecocockpit
Mit Jan Dormanns und Patrick Bareiter (Zukunft.Raum.Schwarzwald) wurde das Ecocockpit als praxisnahes Tool vorgestellt – inklusive Einblicken in Datenerfassung, Reduktionsstrategien und Nutzen für Unternehmen.
Die Dynamik an den Tischen zeigte: Viele Unternehmen stehen an ähnlichen Punkten – und profitieren enorm vom Austausch miteinander.

















