Wie können Unternehmen Kosten senken, ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Unternehmens-Apéros am 5. März 2026 im Clara-Schumann-Haus in Bad Krozingen. 35 Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region nutzten die Gelegenheit, sich über konkrete Lösungen für mehr Ressourceneffizienz auszutauschen.
Stand 05.05.2026
Eingeladen hatten die Wirtschaftsförderung und das Klimaschutzmanagement der Großen Kreisstadt Bad Krozingen gemeinsam mit den Klimapartnern Südbaden. Die Veranstaltung machte deutlich: Ressourceneffizienz ist längst kein Nischenthema mehr – sie wird zunehmend zu einem entscheidenden Faktor für wirtschaftlichen Erfolg und Krisenfestigkeit.
Gemeinsam für eine effizientere Wirtschaft in Bad Krozingen: Effizienzmoderator Julian Möntenich (Klimapartner Südbaden e.V.), Bürgermeister Christoph Ober, Effizienzmoderator Fabian Delong, Wirtschaftsförderin Silke Eberlin, Oberbürgermeister Volker Kieber, Geschäftsführer Glas Trösch GmbH Robert Grabusic, Klimaschutzmanagerin Christine Wegner-Sänger (v.l.n.r.) Bild: Peter Herrmann
Bad Krozingen setzt Signal für die Wirtschaft
Oberbürgermeister Volker Kieber eröffnete den Abend mit einem klaren Signal an die lokale Wirtschaft. Die Stadt verstehe sich als Partnerin der Unternehmen und unterstütze sie aktiv auf ihrem Weg in eine zukunftsfähige Wirtschaft.
„Als Stadtverwaltung verstehen wir uns als verlässlicher Partner unserer ortsansässigen Betriebe und Unternehmen – durch schnelle Genehmigungen, Beratung und Vernetzung. Ressourceneffizienz ist ein entscheidender Standortfaktor: Wer Material, Wasser oder Energie spart, senkt Kosten und stärkt seine Wettbewerbsfähigkeit. Diese ökonomische Resilienz, verbunden mit Innovation und Effizienz, ist gerade in Zeiten globaler Krisen und volatiler Märkte entscheidend.“
Mit dem Unternehmens-Apéro setzte die Stadt bewusst einen Impuls: Unternehmen sollen den Transformationsprozess aktiv gestalten – und erhalten dafür konkrete Unterstützung.
KEFF+Check: Effizienzpotenziale direkt im Betrieb entdecken
Das unbürokratische Unterstützungsangebot stellte Julian Möntenich von der Kompetenzstelle Ressourceneffizienz Südlicher Oberrhein (KEFF+) vor. Der KEFF+Check ist eine kostenfreie und unabhängige Effizienzanalyse direkt im Betrieb. Dabei besuchen qualifizierte Effizienzmoderatoren das Unternehmen, analysieren Produktionsprozesse und identifizieren Einsparpotenziale bei Energie, Material, Abwärme, Wasser und weiteren Ressourcen.
Ein solcher Vor-Ort-Termin dauert in der Regel nur wenige Stunden und liefert den Unternehmen einen ausführlichen Bericht mit konkreten Handlungsempfehlungen.
Die Effizienzmoderatoren zeigten anhand typischer Beispiele, wo in Unternehmen häufig Potenziale liegen: etwa bei Druckluftsystemen, Lüftungsanlagen oder der Nutzung von Abwärme. Auch datenbasierte Analysen spielen eine wichtige Rolle, denn nur wer seine Energie- und Materialflüsse genau kennt, kann Prozesse gezielt optimieren.
Für Unternehmen in Bad Krozingen steht der KEFF+Check aktuell besonders leicht zugänglich zur Verfügung: Vom 5. März bis Ende April sind gezielt Beratungskapazitäten für Betriebe vor Ort reserviert.
Praxisbericht: Glas Trösch zeigt, wie Ressourceneffizienz funktioniert
Wie Ressourceneffizienz konkret im Unternehmensalltag umgesetzt werden kann, zeigte der Erfahrungsbericht der Glas Trösch GmbH am Standort Bad Krozingen. Das international tätige Unternehmen ist Teil der Glas Trösch Gruppe mit rund 6.000 Mitarbeitenden und Standorten in 16 Ländern.
Geschäftsführer Robert Grabusic berichtete, wie der KEFF-Check dem Unternehmen geholfen hat, Energie- und Materialeffizienz systematisch weiterzuentwickeln.
„Der KEFF-Check war für uns ein entscheidender Impuls, um unsere Energieeffizienz strukturiert weiterzuentwickeln. Wir konnten mehrere Empfehlungen direkt umsetzen und haben dadurch sowohl Kosten gespart als auch unsere Nachhaltigkeitsziele vorangebracht.“
Gerade der unabhängige Blick von außen sei hilfreich gewesen, um Prioritäten klar zu setzen und Maßnahmen wirtschaftlich zu bewerten.
„Viele Maßnahmen rechnen sich schneller als gedacht – KEFF+ zeigt, wo man anfangen sollte.“
Das Unternehmen plant bereits die nächsten Schritte und möchte mit dem KEFF+Check weitere Effizienzpotenziale erschließen.
Austausch und Aufbruchsstimmung
Beim anschließenden Austausch wurde deutlich: Viele Unternehmen beschäftigen sich bereits intensiv mit Fragen der Energie- und Materialeffizienz. Gleichzeitig besteht großes Interesse daran, Effizienzpotenziale systematischer zu erschließen und Investitionen strategisch zu planen. Für beides wurden Lösungsangebote vorgestellt:
- Mehr zum kostenlosen Angebot der Kompetenzstelle Ressourceneffizienz Südlicher Oberrhein (KEFF+) finden Sie hier.
- Zur Beratungsförderung des Zukunft.Raum.Schwarzwald (Z.R.S) finden Sie hier weitere Infos.
Der Unternehmens-Apéro zeigte mal wieder, wie wichtig der Dialog zwischen Wirtschaft, Kommune und Beratungsangeboten wie KEFF+ ist. Wenn Unternehmen ihre Prozesse effizienter gestalten, profitieren nicht nur einzelne Betriebe – auch der Wirtschaftsstandort insgesamt wird resilienter, innovativer und zukunftsfähiger.




















